Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V.   |   Hinter der Mauer 9   28195 Bremen   |   Tel.: 0421 - 762 66    Fax: 0421 - 762 52

Akzeptierende Jugendarbeit mit rechten Cliquen

Also available in English.

recl_05„Akzeptierende Jugendarbeit mit rechten Cliquen“ war 1992 Gründungsprojekt des VAJA. Zielgruppe sind Jugendliche, die als rechtsextrem orientiert bzw. rechtsradikal bezeichnet werden und/oder durch extrem intolerante Verhaltensweisen im Sinne von Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit auffallen.

Die Arbeit ist aufsuchend, d.h. sie findet dort statt, wo sich die Jugendlichen aufhalten. Dies können neben Spielplätzen, Parkbänken und Einkaufszentren auch alle anderen Orte im öffentlichen Raum sein, die von Jugendlichen als Treffpunkte genutzt werden. Das Team Akzeptierende Jugendarbeit mit rechten Cliquen ist nicht an Stadtteile gebunden, sondern arbeitet im gesamten Bremer Stadtgebiet. Die langjährige Erfahrung der Akzeptierenden Jugendarbeit im Umgang mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen hat gezeigt, dass sich diskriminierende Einstellungen, intolerante Mentalitäten, fremdenfeindliche Gewalt und selbstzerstörerische Verhaltensmuster oft erst dann ändern, wenn die Jugendlichen andere, positivere Strategien der Lebensbewältigung kennen lernen und diese für sich als sinnvoller erachten. Dieser Prozess sowie die Entwicklung von Eigenverantwortung und Wertschätzung anderer wird von den MitarbeiterInnen begleitet.

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Die Arbeit mit rechten Cliquen und die Auseinandersetzung mit rechtsextrem und menschenfeindlich orientierten Einstellungsmustern hat klare Grenzen.

Diese sind erreicht:

recl-03Den Jugendlichen Grenzen zu setzen bedeutet nicht, sie auszugrenzen oder ihnen mit Verboten zu begegnen. Im Mittelpunkt der Arbeit mit rechten Jugendcliquen steht eine offensive Konfrontation der Jugendlichen mit anderen Konfliktlösungsstrategien, Denkweisen und Lebensmustern durch die PädagogInnen. Die Akzeptanz des Gegensätzlichen ist Ausgangspunkt von Einmischungs- und Veränderungsprozessen. Geeignete Methoden sind z.B. Diskussionen zu führen, verbale Auseinandersetzungen einzugehen, Widersprüche aufzuzeigen, Schwerpunktthemen aufzugreifen und den Jugendlichen ihre Verhaltensweisen zu spiegeln.

 

recl-04Akzeptierende Jugendarbeit begleitet in der praktischen Arbeit ausschließlich Jugendliche, weil sie in dieser Lebensphase nach Orientierungen suchen und in der Regel noch kein festgefügtes rechtsextremes Weltbild haben. Durch das Erweitern von Handlungs- und Erfahrungsspielräumen sowie das Initiieren und Aufrechterhalten des Dialoges mit den Jugendlichen werden Veränderungsprozesse möglich. Grundlage ist dabei eine vertrauensbildende Beziehungsarbeit. Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Sexismus und andere Elemente von Rechtsextremismus bzw. Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit können in diesem langfristigen Prozess wirkungsvoll reduziert werden. Häufig werden rechtsextreme Einstellungen und Verhaltensweisen dadurch gefördert, dass sich Jugendliche von ihren Familien, den Gleichaltrigen, ihrem Stadtteil oder der Gesellschaft insgesamt wenig anerkannt oder sogar ausgegrenzt fühlen. Akzeptierende Jugendarbeit mit rechten Cliquen hat deshalb insbesondere zum Ziel, eine (Re-)Integration der Jugendlichen zu erreichen. Der Erfolg demokratischer Partizipationsformen ist Voraussetzung für eine Distanzierung zum rechtsextremen Spektrum.

recl-02Die Arbeitsschwerpunkte der Akzeptierenden Jugendarbeit mit rechten Cliquen haben sich immer wieder verändert und erweitert. Sie unterliegen u.a. jugendkulturellen und gesellschaftspolitischen Einflüssen. Darüber hinaus müssen Veränderungsprozesse der rechtsextremen Szene und neue Strategien ihrer Organisationen und Protagonisten in der praktischen Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen berücksichtigt werden. Unter dem Titel Distanz(-ierung) durch Integration wurde deshalb im Jahr 2004 eine konzeptionelle Weiterentwicklung der Akzeptierenden Jugendarbeit erarbeitet und veröffentlicht, die seitdem vom Team umgesetzt wird. Begleitet wurde dieser Transfer durch eine dreijährige externe Evaluation – die bundesweit erste dieser Art für pädagogische Arbeit mit rechtsextrem orientierten Jugendlichen – die Prof. Kurt Möller von der Fachhochschule Esslingen durchführte.

2008 wurde VAJA für die Arbeit des Teams der Deutsche Kinder- und Jugendhilfepreis (Hermine-Albers-Preis) in der Kategorie „Praxispreis der Kinder- und Jugendhilfe“ verliehen.

Die Erfahrungen und das Wissen über rechtsextreme Jugendkultur werden von den MitarbeiterInnen zudem dafür genutzt, Eltern und Angehörige von rechtsextrem orientierten Jugendlichen zu beraten.

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Kontakt:
VAJA e.V.
Akzeptierende Jugendarbeit mit rechten Cliquen
Hinter der Mauer 9
28195 Bremen

Tel.: 0421/76 266
Fax: 0421/76 252
Mail: recl@vaja-bremen.de

» Die Infos zum Team Rechte Cliquen als pdf

» Flyer zur Beratung von Eltern und Angehörigen als pdf

» Text „Aufsuchende Jugendarbeit mit rechtsextrem und menschenfeindlich orientierten Jugendlichen im urbanen Raum“ (2014)

Zu weiteren Veröffentlichungen des Teams in unserem Archiv gelangen Sie hier.

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