Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V.   |   Hinter der Mauer 9   28195 Bremen   |   Tel.: 0421 - 762 66    Fax: 0421 - 762 52

Leningrader Guerillataktik bei -20° und Tiefschnee in den unendlichen Nadelwäldern Kareliens – das kann die Streetworkerin nicht schocken.

 

„Dobryj den‘, minja savut Isabell…“

Wir waren wirklich fleißig und ein Petersburger Club weiß nun näheres über K.O.-Tropfen! Ist das die wahre Guerillataktik, Herr Horst Sergey?

Die russische Seele hat mich schwer beeindruckt! In dieser Fachkräftebegegnung, in diesen kurzen sechs Tagen habe ich viel gesehen: Das Bernsteinzimmer im Katharinenpalast, die zugefrorene Niewa in St.Petersburg,…

Meine erste Oper: Der Barbier von Sevilla

Ich habe viel erlebt wie die Zugfahrten zwischen St. Petersburg und Petrosawodsk

bei Nacht und am Tag,

die Freundschaft mit einem Kater namens Peterchen-Pjotr

und die russsiche Heizungsnutzung. Ich habe viel erfahren von den Lebensumständen der Menschen und ihrer Arbeitsbedingungen als PädagogInnen. Ich habe viel gesehen von der Kinder- und Jugendarbeit in und rund um St.Petersburg sowie in Petrosawodsk in der Republik Karelien. Unsere Projektpartner  waren das „Gesundungs-und Erholungszentrum `Molodeschnij`vom Staatlichen Komitee für Jugendliche Politik der Stadt St.Petersburg`

und in Petrosawodsk das „Staatliche Komitee für Angelegenheiten der Jugend“ der Republik Kareliens mit seinen einzelnen Jugendeinrichtungen.

Am meisten und noch nachhaltig beeindruckt haben mich die Menschen. Ihre Offen- und Warmherzigkeit, die Neugier und Gastfreundschaft und ihre Tatkraft unter geänderten Bedingungen soziale Missstände auszugleichen, Problemlagen aufzufangen und mit Jugendlichen und Kindern, die Welt in der wir und sie leben, ein wenig lebenswerter zu machen.

Es ist schön zu sehen, wie man in so kurzer Zeit so viele neue Freunde und KollegInnen kennen lernen darf, mit ihnen Gesangswettbewerbe in Bullis veranstaltet und sich mit ihnen auch über gemeinsame pädagogische Interessen austauscht, sich kollegial berät und voneinander lernen kann,

manchmal auf russsisch, manchmal auf deutsch, auch auf englisch, häufig mit weltbesten Übersetzerinnen und manchmal auch mit Händen und Füßen.

Ich würde mich freuen, die Petersburger als erstes hier in Bremen im Mai begrüßen zu dürfen und mir wünschen, dass wir sie hier genauso wilkommen heißen! Mit viel Essen, tiefen Einblicken und viel Neugier aufeinander!

An Klugscheißertours: Schöner hätte das alles ohne euch nicht sein können. Die Durazellen sind wieder aufgeladen und ich bin gespannt, wer den Fotowettbewerb gewinnt!

„poka i schastlivogo puti“ – der- oder diejenige BloggerIn, der/die weiß was das bedeutet, darf einen digitalen Toast aussprechen!

Spasiba und auf ein Wiedersehen in Bremen!

P.S: Die Petersburger können jetzt auch schon „Werder Bremen, lebenslang grün-weiß…“ singen.

Fräulein KatharIsabell hat es ihnen laut und deutlich beigebracht.

Alexander, mit Spitznamen Sascha kennt auch schon das Wort „Fischplatte“!

Veröffentlicht am 9.Februar 2009 um 23:46 im Straßenblog unter der Kategorie Allgemein

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10 batteriebetriebene Russlanddeutsche.

Damals vor vielen, vielen Stunden waren 10 batteriebetriebene Menschen aus Deutschland auf dem Weg nach Russland. Innerhalb von 6 Tagen sollten 2 Regionen kennengelernt werden.

In St. Petersburg wurde „gecampt“, kulinarisch genossen und sightseeing gemacht.

In Petrosawodsk gab es ohne Ende „dates“ und Besprechungen.

9 batteriebetriebene Menschen trafen sich am Hauptbahnhof in Bremen. Sie fuhren mit dem Zug nach Hannover, kletterten in ein Flugzeug, in dem Linienflug gab es nichts zu essen. So stürmten vier Menschen die erste litauische Imbissbude vor Ort, um amerikanisch zu essen. Nach dem Essen eilten sie zum Flieger und auf einmal war ein Hamburger da. So waren es plötzlich 10 batteriebetriebene Menschen. Die Gruppe scherzte „lieber einen Spatz in der …“

Abends nach einem weiteren Flug, einer kleinen Busfahrt und einem Essen wurde das Küken sehr müde und somit machte die erste Batterie schlapp. Da waren es wieder 9.

Am nächsten Tag wurden viele Gespräche geführt. Eine Frau, der russischen Sprachen mächtig, durften alle Äußerungen in die jeweiligen bekannten Laute übersetzen. Die Gruppe bemerkte wie die Batterie ausgesogen wurde. Sie brauchte ihre Akkustation. Somit waren es dann nur noch 8.

Die Akkustation war ihr Kerl. Er folgte immer nach Anforderung. Da er diese Rolle übernommen hatte, durfte er nicht viel länger bleiben, obwohl sein Akku noch etwas konnte… dadurch waren es nur noch 7.

Das viele unbekannte Essen schmeckte lecker und die Getränke, erst als Glühwein gereicht, später als Nationalgetränk, sorgten auch ihren Tribut. Die Gruppe freute sich bestimmt heimlich, dass es ausgerechnet jemand aus einem Land traf, wo viele TeilnehmerInnen zuvor Urlaubstage auf dem Klo verbrachten. Da waren es nur noch 6.

Abends saß die Gruppe noch etwas zusammen, meistens gingen das Küken, das Paar und der Fan früh ins Bett. Aus persönlichen Gründen zog er lieber die Decke über seinen Körper als irgendwelchen Lastern zu frönen. Da waren es nur noch 5.

Die vielen Orte, die vielen Besprechungen und die vielen Eindrücke ließen einen Mann, der langsam auf die 60 zu geht, müde werden. Im Bus oder aber auch auf den Terminen fielen einfach die Augen zu. Er schlief eben mal ein halbes Stündchen. Es bleib weiterhin ein Geheimnis, ob er es aus Japan, wo immer wieder Menschen zwischendurch einschlafen, mit gebracht hat oder es eine Methode von seinem schwedischen Kollegen war. Da waren es nur 4.

Eine andere Methode war einfach mitzulaufen, immer im Hauptfeld, nie an der Spitze und dann doch vor den Spitzenläuferinnen abzufallen. Immer mitzulaufen ist auch anstrengend, besonders, wenn das Feld irgendwie immer kontrolliert werden soll. So waren es dann nur noch 3.

Die Mischung aus Euphorie, Beliebt zu sein und dann noch die neuen Eindrücke alle wahrzunehmen, gab es nicht nur einmal bei den batteriebetriebenen Menschen. Einer genoss es sehr und auch die Getränke. Das Mittagessen wurde begossen und die Busfahrt ließ nicht nur die Reifen laufen, sondern auch den Gerstensaft . Der Russe sagt wohl, etwas blöd den Kartoffelsaft, damit zu entwerten, aber wir Deutschen lieben nicht kurz und hart zu trinken, sondern lange und viel. Jedenfalls wurde der Tag immer länger und länger und anderseits breit und breiter… auf einmal wurde Stopp auf Russisch gerufen, denn die Batterie war bei einem Deutschen alle…. So waren es nur noch 2.

Die Spitze musste immer wieder vorne sein und auch mal zu stechen… aber spät, wenn fast alles schlief, saß sie noch, sprach etwas vor, klärte Ungereimtheiten und tauchte wieder auf. Selbst am späten Abend kam sie zum Essen nach, tanzte in Discos und ihre Spannung ließ den Schlaf nicht zum Zuge kommen. Doch am letzten Tag im Flieger fiel ihre Batterie aus, sie stellte sich auf „Standbye“, denn der Abschied war schon geschehen und sie hatte ihre Aufgabe gut gelöst. Da war es nur noch Eine.

Ja, die Duracell hatte immer noch Energie. Selbst im Flugzeug auf dem Rückflug musste die Agrarwirtschaft in Schleswig-Holstein besprochen werden. Alle Batterien im Flugzeug waren an der Akkustation, nur die Duracell wollte laufen, selbst als das Flugzeug noch nicht geparkt war, sprang sie auf…Ok, eine klare Ansage ließ sie doch wieder zurückschnellen. In der Woche hatte sie die Energie, einen Sturm, der damals in Deutschland Bäume umknickte, einzufangen. In einem Palast hielt sie große Vasen in einem Treppenhaus fest, damit sie nicht umkippten und feudelte noch den Fußboden. Als Zugewanderte ließ sie dennoch Bremische Brauchtum aufleben – Werder – Bremen…
Selbst die Machenschaften des Frisörs ließen sie über die Grenzen springen, während einige schliefen, ließ sie verbotenerweise ihre Kamera arbeiten und machte Fotos. Vielleicht liegt das Geheimnis auch zwischen den Terminen, sich einfach mal Zeit zu lassen und immer wieder eine Zigarettenpause sich zu nehmen…
Spannend wird es jetzt im Frühling sein, wenn das Rauchen besprochen ist. Verändert sich die Energie???
Solange gilt: Duracellbatterien sind die Besten…