Verein zur Förderung akzeptierender Jugendarbeit e.V.   |   Hinter der Mauer 9   28195 Bremen   |   Tel.: 0421 - 762 66    Fax: 0421 - 762 52

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Beratung und Begleitung bei der Loslösung vom Rechtsextremismus im Land Bremen

Das Logo des reset-TeamsJunge Menschen sind die Hauptzielgruppe für die Rekrutierungsversuche rechtsextremer Parteien und Gruppierungen in Deutschland. Rechtsextreme Strömungen bieten jungen Menschen nicht nur ein klar strukturiertes Weltbild mit eindeutigen Feindbildern und Zugehörigkeitsmustern. Sie schaffen darüber hinaus mittels multimedialer Gestaltung und sozialer Medien ein für Jugendliche leicht zugängliches Umfeld, in dem auch aktuelle Trends und szenerelevante Eigenschaften anderer jugendkultureller Bewegungen berücksichtigt werden. Junge Menschen, die mit der rechten Szene sympathisieren oder sich als Teil davon verstehen, können allerdings im Laufe ihrer „Karriere“ auch Widersprüchen ausgesetzt sein, die beispielsweise mit Strafverfahren oder Negativerfahrungen innerhalb der Szene zusammenhängen. Dies kann zu ersten Irritationen oder Zweifeln an der eigenen Überzeugung führen und so möglicherweise eine Bereitschaft zur Distanzierung von subjektiven Wertevorstellungen und/oder dem gewohnten Milieu auslösen. In derartigen Situationen sind die Institutionen, die in diesem Arbeitsfeld eine pädagogische oder beratende Funktion haben, besonders gefordert, adäquate Hilfestellungen anzubieten.

reset-1Vor diesem Hintergrund wurde für das Land Bremen im Juli 2014 die Beratungsstelle reset eingerichtet. Sie bietet jungen Menschen Unterstützung an, die sich von der rechtsextremen Szene distanzieren wollen. reset richtet sich dabei insbesondere an diejenigen, die bereits über erste Kontakte zur rechtsextremen Szene verfügen und in deren Verhalten und Auftreten szenetypische Merkmale festzustellen sind. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Mädchen und junge Frauen mit Szenezugehörigkeit gerichtet. reset erarbeitet gemeinsam mit den Beratungsnehmer/innen ein individuelles Unterstützungskonzept, das die Loslösung aus den rechtsextremen Strukturen und die Reflexion menschenfeindlicher Haltungen ermöglicht. Dieser langfristig angelegte Beratungsprozess kann verschiedene Lebensbereiche der jungen Menschen wie Familie, Schule und Ausbildung, Arbeit oder Freizeitgestaltung umfassen. reset versteht sich als ein an den Bedarfslagen der Beratungsnehmer/innen orientiertes, freiwilliges Angebot. Die Berater/innen übernehmen dabei u.a. eine prozessbegleitende bzw. -moderierende Rolle und legen Wert auf eine gleichberechtigte Beteiligung aller Parteien, die zum Gelingen der Beratung beitragen können. Die Beratung erfolgt vertraulich und ist kostenfrei.

Das Angebot richtet sich vorrangig an jugendliche Sympathisant/innen und Mitläufer/innen sowie junge Erwachsene, die sich an rechtsextremen Ideologien und/oder Szenen orientieren oder diese Ideologie im Ansatz teilen. Für ausstiegswillige Personen aus den Organisations-, Kader- bzw. Führungsstrukturen der rechtsextremen Szene wird ein gesondertes Beratungskonzept vorgehalten, das in Kooperation mit der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) in Wolfsburg umgesetzt wird. Hier fungiert reset als Erstkontaktstelle für Bremen und Bremerhaven, stimmt das Vorgehen je nach individueller Bedarfslage mit dem Kooperationspartner ab und vermittelt die Beratungsnehmer/innen ggf. an die ARUG, die über langjährige Erfahrung in der Ausstiegsarbeit mit Kadern und Führungskräften der rechtsextremen Szene verfügt.

reset-2Im Rahmen von kooperativer Vernetzung sorgt reset im Hinblick auf das eigene Tätigkeitsfeld zudem für die Sensibilisierung anderer Akteure in staatlichen und nichtstaatlichen Einrichtungen der Jugendhilfe und angrenzender Fachdienste. Diese werden so in die Lage versetzt, eine multiplikatorische Funktion als „Signalgeber/innen“ einnehmen und im Rahmen des Kontakts zu jungen Menschen in ihrem Arbeitsbereich auf das Angebot von reset verweisen bzw. dorthin vermitteln zu können.

Gefördert wird reset durch das Bundesprogramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. reset ist Teil des landesweiten Beratungsnetzwerks pro aktiv gegen rechts mit Schlüsselpersonen aus Behörden, Jugend- und Sozialarbeit, Schulen, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Initiativen, die bei der Beratung und Begleitung sowie bei der Herstellung von Erstkontakten unterstützend wirken können. Zudem ist reset im Nordverbund Ausstieg rechts eng mit weiteren norddeutschen Beratungsstellen rund um die Themen Ausstieg und Distanzierung vom Rechtsextremismus vernetzt.

Kontakt:
VAJA e.V.
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Hinter der Mauer 9
28195 Bremen

Tel.: 0421 / 76 266
Fax: 0421 / 76 252
Mail: reset@vaja-bremen.de

team-info-reset-2015Mobil:
0157 / 774 536 38
0157 / 525 105 27

» Die Infos zu reset als pdf

» reset-Infobroschüre „Chancen und Wege für einen Neuanfang“ als pdf

» Artikel „Stoffwechsel-Störung“ aus der Bremer Lehrerzeitung (BLZ, Oktober 2015) als pdf

 

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